07.07.2024
Vom 3D-Scan zum 3D-Gebäudemodell: Ein denkmalgeschütztes Pfarrhaus

Die Herausforderung eines historischen Gebäudes
Vor kurzem hatten wir die spannende Aufgabe, ein denkmalgeschütztes Pfarrhaus in Oberbayern zu vermessen. Das Gebäude beeindruckt durch seine besondere Architektur und zahlreiche historische Details. Gewölbegänge, kunstvoller Stuck, ein markanter Dachstuhl und originale Bodenbeläge prägen das Erscheinungsbild.
Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass keinerlei Bestandspläne vorhanden waren. Das Gebäude musste vollständig neu erfasst werden. Genau hier spielt die 3D Vermessung ihre Stärken aus. Mit unserem Laserscanner konnten wir das gesamte Gebäude präzise und schonend digital aufnehmen.

Präzise Datenerfassung mit 3D Laserscanning
Bei der Vermessung erfassen Laserscanner Millionen von Messpunkten, die gemeinsam eine sogenannte Punktwolke bilden. Diese Punktwolke stellt das Gebäude dreidimensional und mit hoher Genauigkeit dar.
Jede Oberfläche, jede Kante und jede Unebenheit wird erfasst. Gerade bei historischen Gebäuden ist das entscheidend, da diese selten perfekt gerade oder symmetrisch sind. Die berührungslose Messung sorgt zudem dafür, dass empfindliche Bausubstanz geschützt bleibt.

Von der Punktwolke zum 3D Gebäudemodell
Nach der Datenerfassung wird die Punktwolke in der Software weiterverarbeitet. Dabei erfolgt eine Bereinigung und Strukturierung der Daten. Auf dieser Grundlage entsteht ein präzises 3D Gebäudemodell.
Dieses Verfahren wird als Scan2BIM bezeichnet. Das Modell bildet nicht nur die Geometrie ab, sondern dient auch als digitale Planungsgrundlage. Alle relevanten Bauteile werden erfasst und können später gezielt ausgewertet werden.
Das Ergebnis ist ein vollständiges digitales Abbild des Gebäudes, das jederzeit verfügbar ist und unabhängig vom Ort genutzt werden kann.

Vorteile bei der Denkmalpflege und Sanierung
Gerade bei denkmalgeschützten Gebäuden bietet die 3D Vermessung enorme Vorteile. Die Erfassung erfolgt schnell, präzise und ohne Eingriff in die bestehende Bausubstanz.
Ein großer Vorteil liegt in der hohen Planungssicherheit. Alle Beteiligten arbeiten auf Basis derselben Daten. Dadurch lassen sich Fehler vermeiden und Abstimmungen deutlich vereinfachen.
Auch die Effizienz steigt erheblich. Nachmessungen vor Ort sind in den meisten Fällen nicht mehr erforderlich, da alle relevanten Informationen bereits digital vorliegen.

Digitale Grundlage für zukünftige Maßnahmen
Das erstellte 3D Gebäudemodell des Pfarrhauses bildet die Grundlage für alle weiteren Planungs und Sanierungsmaßnahmen. Architekten und Fachplaner können darauf aufbauen und fundierte Entscheidungen treffen.
Gleichzeitig bleibt der Bestand langfristig dokumentiert. Änderungen können nachvollzogen und zukünftige Maßnahmen besser vorbereitet werden. So entsteht eine verlässliche Basis, um historische Gebäude zu erhalten und gleichzeitig an moderne Anforderungen anzupassen.